Festspiele Mecklenburg-Vorpommern – Nachhaltigkeit auf neuen Wegen
Impact
Wer soll ausgezeichnet werden?:
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH
Zeitraum: 15.–19.07.2026
Kurzprofil:
Seit ihrer Gründung 1990 haben sich die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu einem der größten Klassikfestivals Deutschlands entwickelt. Pro Jahr erleben mehrere zehntausend Klassikfans – letztes Jahr waren es rund 67.000 Menschen – Konzerte an über 90 Spielstätten im ganzen Land. In Gutshäusern, Scheunen und Fabrikhallen, Schlössern und Kirchen oder unter freiem Himmel. Auch die Seen-, Meeres- und Küstenlandschaft gehört zum Profil der Festspiele.
Für den Festspielsommer 2026 standen rund 120 Konzerte mit 1.500 Künstler*innen an 90 Spielstätten zwischen Anklam und Zarrentin im Programm. Neben großen Orchester- und Kammerkonzerten gehören dabei auch Jazz, Gesang, gesprochenes Wort und nicht ganz klassische Formate zum Programm.
2026 erweiterten die Festspiele zudem ihr Thementag-Prinzip. Neben dem etablierten „360°“-Wochenende rückten weitere Thementage unterschiedliche gesellschaftliche Themen in den Mittelpunkt: „Hinter Mauern“ führte an Orte der Erinnerung, „Ich & Wir“ ins Schweriner Regierungsviertel. Mit „Brahms am Haff“ und dem Tag auf Gut Hohen Luckow kamen vom 15. bis zum 19. Juli zwei ökologische Formate hinzu.
Begründung der Preiswürdigkeit:
Drei Tage, drei Konzerte – und dazwischen ein gutes Stück Vorpommern. Wer „Brahms am Haff“ als Reise buchte, wechselte nicht einfach den Spielort. Die Strecke gehörte dazu. Die mehrtägige Radtour konnte mit Hotelübernachtungen und Rahmenprogramm als Paket gebucht werden. Geführte Fahrradetappen verbanden die Konzerte, Musiker des Armida Quartetts fuhren auf Teilstrecken mit. Im Anklamer Stadtbruch übernahm ein Naturschutzwart und führte die Gruppe durch das Naturschutzgebiet. Vor dem Konzert in Ueckermünde sprach das Quartett bei „45’ vor“ über Fahrradfahren, Natur und Nachhaltigkeit. Auch wer nicht drei Tage mitradelte, konnte dort in das Thema einsteigen.
Die Idee von einer Fahrradtour realisierten das Armida Quartett und die Festspiele gemeinsam in einem mehrtägigen Reise- und Konzertformat, indem sie die geführten Etappen organisierten und die drei Konzertorte mit Übernachtungen und Rahmenprogramm verbanden.
Auf Gut Hohen Luckow wurde aus dem Konzerttermin ein ganzer Exkursionstag, der Nachhaltigkeit am konkreten Ort erfahrbar und anschließend diskutierbar machte. Bei der Führung durch den landwirtschaftlichen Betrieb ging es um Kreisläufe und nachhaltige Lebensmittelproduktion. Danach folgten die Gesprächsrunde „Kultur und Nachhaltigkeit“ unter Beteiligung des Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit in Kultur und Medien sowie ein gemeinsames Mittagessen in der Gutsküche, später das Konzert des Armida Quartetts. Vom Rostocker Hauptbahnhof brachte ein Festspielbus Gäste hin und zurück.
Die Festspiele kennen das Fahrrad als Konzertbegleiter bereits aus früheren Jahren. 2026 ging der Gedanke erstmals über mehrere Tage und Spielorte. Bei „Brahms am Haff“ wurde so auch der Weg zwischen den Konzerten Teil des Programms.
Auf Gut Hohen Luckow musste das Publikum wenige Tage später nicht weiterfahren, sondern genauer hinschauen. Für mehrere Tage im Juli gehörten so der Weg und der Ort zum Programm.

Foto: Lena Niehusen

Foto: Stefanie Peters
