Wacken Open Air 2026 – Teilhabe auf schwierigem Terrain

Impact
Wer soll ausgezeichnet werden?:
WOA Festival GmbH | Full Entertainment GmbH

Zeitraum: 29. Juli–1. August 2026

Kurzprofil:

Rund 85.000 Menschen kamen 2026 zum Wacken Open Air. Für Gäste mit Behinderungen gibt es mit der Wheels of Steel Area einen eigenen barrierearmen Campingbereich mit 500 kostenlosen Parzellen. Eine Begleitperson kann kostenfrei mitkommen.

Vor Ort unterstützt alsterarbeit unter anderem mit Rollstuhl- und Rollatorservice, Reparaturen, Physiotherapie, Medikamentenkühlung und Flüssigsauerstoff. 2026 wurde die Infrastruktur deutlich erweitert. Rund 3.500 Quadratmeter Boden- und Wegeflächen wurden befestigt, mehr als viermal so viel wie zuvor. Alle 500 Parzellen waren bereits Mitte Mai vergeben.

Neu hinzu kamen Stoma-Welt e. V. und Chronisch Glücklich e. V. mit einem gemeinsamen Zelt für Menschen mit chronischen Erkrankungen und nicht sichtbaren Behinderungen. Erstmals war bei der 35. Ausgabe des Festivals ein offizieller Selbsthilfe-Partner auf dem Gelände vertreten.

Begründung der Preiswürdigkeit:

Wacken findet auf Ackerflächen statt. Für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder anderen Einschränkungen bringt dieses Gelände ganz eigene Barrieren mit sich. Um zumindest eine davon kleiner zu machen, ging es 2026 ganz buchstäblich um den Untergrund. Die befestigten Flächen der Wheels of Steel Area wuchsen auf rund 3.500 Quadratmeter – mehr als viermal so viel wie zuvor.

Die neuen Wege stehen nicht für sich. Rund um die Wheels of Steel Area gibt es barrierearmes Camping und Sanitärangebote. Wacken arbeitet hier mit alsterarbeit zusammen, einem gemeinnützigen Bildungs- und Beschäftigungsträger für Menschen mit Behinderungen. Vor Ort reicht das Angebot vom Rollstuhl- und Rollatorservice über Physiotherapie bis zu Medikamentenkühlung und Flüssigsauerstoff. 2026 kam eine neue Perspektive hinzu. Stoma-Welt und Chronisch Glücklich brachten chronische Erkrankungen, Stoma, Inkontinenz und andere nicht sichtbare Behinderungen ausdrücklich ins Festival. Barrieren liegen auf einem Festival eben nicht nur im Boden.

Wie Teilhabe aussehen kann, zeigte sich auch vor der Bühne. Gemeinsam mit dem sozial engagierten Metal-Verein Metality setzt Wacken den „Friday is Flyday“ um. 2026 crowdsurften dabei mehr als ein Dutzend Menschen im Rollstuhl durch die Menge. Solche Bilder ersetzen keine Infrastruktur. Sie zeigen aber, wofür sie da ist.

Und die Zusammenarbeit mit Partnern endet nicht bei der Teilhabe auf dem Festivalgelände. Seit 2014 arbeitet Wacken mit der DKMS, einer gemeinnützigen Organisation zur Vermittlung von Stammzellspenden, zusammen. Mehr als 14.000 Menschen haben sich dort seither registrieren lassen. 111 von ihnen spendeten später tatsächlich Stammzellen; Patientinnen und Patienten in 27 Ländern wurden erreicht. 2026 kam ein zweiter Registrierungsstand hinzu.

Wacken kann aus einem Acker keinen barrierefreien Ort machen. Aber das Festival kann daran arbeiten, die Barrieren kleiner zu machen. 2026 ist es dabei ein gutes Stück weitergekommen.
Foto: Alexander Mühlhausen
Foto: DKMS
Foto: DKMS
Foto: DKMS

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