WIR SIND AM LEBEN – Vom Theater in die Stadt

Impact
Wer soll ausgezeichnet werden?:
Stage Entertainment GmbH

Zeitraum: Spielzeit 2026

Kurzprofil:

WIR SIND AM LEBEN führt zurück in das Berlin der frühen 1990er Jahre. Das neue deutschsprachige Musical von Peter Plate und Ulf Leo Sommer feierte am 21. März 2026 im Stage Theater des Westens Weltpremiere. Im Zentrum stehen die Geschwister Nina und Mario, die nach dem Mauerfall in einem besetzten Altbau auf eine Wahlfamilie treffen.

Die Geschichte verbindet die Aufbruchsstimmung der Nachwendezeit mit queeren Lebensrealitäten, HIV/Aids, Verlust und der Suche nach Freiheit. Peter Plate und Ulf Leo Sommer greifen dabei auch Erfahrungen einer Generation auf, in deren Umfeld die Aidskrise tiefe Spuren hinterließ. Mit der Produktion brachte Stage Entertainment diese Geschichte in den regulären Spielbetrieb einer großen kommerziellen Musicalbühne.

Im Juli 2026 führte der Weg über das Theater hinaus. WIR SIND AM LEBEN stand im Mittelpunkt der ersten gemeinsamen Pride Night von Theater des Westens und Berliner CSD. Wenige Tage später trat der Cast beim CSD am Brandenburger Tor auf.

Begründung der Preiswürdigkeit:

Am 22. Juli 2026 trafen sich Musical und Pride-Community im Theater des Westens. Zum ersten Mal veranstalteten Berliner CSD und Theater des Westens gemeinsam eine Pride Night. Im Mittelpunkt des Abends stand WIR SIND AM LEBEN. Die Pride Night bildete zugleich den Auftakt einer langfristig angelegten Partnerschaft zwischen Theater des Westens und Berliner CSD.

Die Verbindung ergibt sich aus dem Stück selbst. Peter Plate und Ulf Leo Sommer wollten mit dem Musical auch an Menschen erinnern, die während der Aidskrise starben, und an jene, die zurückblieben. HIV/Aids gehört deshalb ebenso zur Geschichte wie das queere Berlin der frühen 1990er Jahre. Im Theater des Westens erreicht dieser Stoff ein breites Publikum im regulären Spielbetrieb. Auch in der queeren Öffentlichkeit fand er Resonanz. Das Berliner queere Stadtmagazin SIEGESSÄULE führte mehrere Aufführungen unter „SIEGESSÄULE präsentiert“ in seinem Kulturkalender; Fach- und Communitymedien beschäftigten sich mit der Aids- und queeren Geschichte des Musicals.

Ende Juli 2026 waren knapp 150.000 Tickets verkauft; wegen der anhaltenden Nachfrage wurde die Spielzeit bis Ende April 2027 verlängert.

Drei Tage nach der Pride Night wechselte die Produktion den Ort. Beim Berliner Christopher Street Day trat der Cast vor mehr als 100.000 Menschen am Brandenburger Tor auf. Die Geschichte über das queere Berlin der Nachwendezeit traf dort auf die heutige queere Stadtgesellschaft.
Foto: Joern Hartmann
Foto: Michael Bidner

Hier geht's zum Video