Artist in Focus: Fazıl Say – Mozart im Dialog mit der Gegenwart

Meisterwerk
Wer soll ausgezeichnet werden?:
Bell'Arte Konzertdirektion Dr. Schreyer GmbH

Zeitraum: 23.11.2025–17.05.2026

Kurzprofil:

„Artist in Focus“ widmete Fazıl Say in der Saison 2025/26 drei Sonntagsmatineen im Münchner Prinzregententheater. Über knapp sechs Monate zeigte die von Bell’Arte veranstaltete Reihe den Pianisten zugleich als Interpreten und Komponisten. Den gemeinsamen musikalischen Bezugspunkt bildete Mozart: Seine Klavierkonzerte und Solowerke trafen in allen drei Programmen auf Kompositionen von Fazıl Say.

Zum Auftakt am 23. November 2025 wurde Fazıl Says „Derwisch-Rituale“ uraufgeführt. Mit Burcu Karadağ an der Ney, einer traditionellen Längsflöte aus dem Nahen Osten, erhielt das Programm eine besondere klangliche Farbe. Die zweite Matinee am 22. März 2026 verband Mozart mit einer weiteren Uraufführung: „Bosphorus Romance“ mit Aslıhan And Say an der Flöte und Fazıl Say am Klavier. Beim Abschluss am 17. Mai standen zwei Mozart-Klavierkonzerte und Fazıl Says „Chamber Symphony“ op. 62 auf dem Programm.

Bell’Arte bündelte die drei Konzerte unter dem Titel „Artist in Focus“ zu einem zusammenhängenden Künstlerporträt, in dem bestehendes Repertoire und zwei Uraufführungen aufeinandertrafen.

Begründung der Preiswürdigkeit:

Mozart eröffnet den ersten Vormittag, dann verändert sich der Klang: Mit der Ney tritt ein Instrument der türkischen Musiktradition zum hier verbreiteten Orchester-Klang. Fazıl Says von anatolischer Sufi-Kultur inspirierte „Derwisch-Rituale“ werden an diesem Vormittag uraufgeführt. Wenig später folgt Mozarts „Alla Turca“. Bereits der Auftakt zeigt damit die Verbindung, die den dreiteiligen Zyklus prägt: bestehendes Repertoire trifft auf neue Musik.

BellArte spannte Fazıl Say dafür einen Bogen über knapp sechs Monate: drei Sonntagsmatineen unter dem gemeinsamen Titel „Artist in Focus", die erst gemeinsam ihre volle Wirkung entfalteten. Alle drei fanden im Prinzregententheater statt, das Münchener Kammerorchester war durchgehend beteiligt. Mozart bildete in jedem Programm einen Bezugspunkt zu Kompositionen von Fazıl Say. Zwei davon kamen innerhalb der Reihe zur Uraufführung: „Derwisch-Rituale“ im November und „Bosphorus Romance“ im März.

Gerade diese Anlage macht aus den drei Terminen mehr als eine Folge prominent besetzter Klassikkonzerte. Bell’Arte gab Fazıl Say innerhalb einer Saison wiederholt Raum als Pianist und Komponist und stellte die drei Matineen in einen gemeinsamen Zusammenhang. Die Uraufführungen standen dabei unmittelbar neben Werken des klassischen Repertoires und wurden Teil desselben Konzertzyklus.

Darin liegt die Stärke des Projekts: Bell’Arte setzte über mehrere Monate ein Format um, das nicht von einem einzelnen Höhepunkt lebt. Über drei Matineen entstand ein Künstlerporträt, das Fazıl Say als Pianisten und Komponisten zeigte und durch den wiederkehrenden Bezug zu Mozart zusammengehalten wurde. Die beiden Uraufführungen gaben dieser musikalischen Geschichte zusätzliches Gewicht.
Foto: Fethi Karaduman