Festspiele Mecklenburg-Vorpommern

Meisterwerk
Wer soll ausgezeichnet werden?:
Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gGmbH

Zeitraum: 13.06. - 14.09.2025

Kurzprofil:

Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gehören zu den großen Klassikfestivals Deutschlands. Seit 1990 bringen sie internationale Künstler:innen und musikalischen Nachwuchs in Spielstätten im ganzen Bundesland. Der Festspielsommer erstreckt sich über rund drei Monate von Mitte Juni bis Mitte September, Konzerte finden in Schlössern und Gutshäusern, Kirchen und Scheunen ebenso statt wie in Konzerthäusern oder unter freiem Himmel.

Der 35. Festspielsommer 2025 umfasste 136 Konzerte an 96 Spielstätten, von denen sechs erstmals im Festivalprogramm vertreten waren. Im Zentrum stand die Cellistin Anastasia Kobekina als Preisträgerin in Residence und gestaltete rund 20 Konzerte.

Zum Jubiläum rückten zudem die über Jahrzehnte gewachsenen Verbindungen zu ehemaligen Festspielpreisträgern in den Mittelpunkt. Beim Wochenende „360° Festspiele MV“ kamen 15 von ihnen in Ulrichshusen in unterschiedlichen Besetzungen, Gesprächen und Konzertformaten zusammen.

Im August 2026 folgte in Ulrichshusen „360° Mythos Orchester“. Gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie widmeten die Festspiele dem Sinfonieorchester zwei Tage und sieben Formate, von offenen Proben und moderierten Konzerten über Gespräche und ein Zukunftspodium bis zu „Mitten im Klang“.

Begründung der Preiswürdigkeit:

Der 35. Festspielsommer machte die eigene Geschichte selbst zum Programm. Die Festspiele griffen über Jahrzehnte gewachsene Beziehungen auf und führten sie mit einer neuen Künstlergeneration zusammen. Der NDR ordnete die Festspiele 2025 als „eines der größten Festivals ihrer Art in Deutschland“ ein und verdeutlichte zugleich die Beständigkeit dieser Bindungen. Die Festspielpreisträger Matthias Schorn, Daniel Hope und Daniel Müller-Schott standen jeweils bereits mehr als 100 Mal auf den Festspielbühnen.

Besonders greifbar wurde diese Geschichte im Juli 2025 beim Jubiläumswochenende „360° Festspiele MV“, das ehemalige Festspielpreisträger in Kammer- und Orchestermusik, Gesprächen und weiteren Formaten wieder zusammenführte. Dahinter steht eine über Jahrzehnte entwickelte Struktur. Seit 1995 vergibt die Reihe „Junge Elite“ Nachwuchspreise, die mit jährlichen Wiedereinladungen verbunden sind. Seit 2006 kann ein Mitglied dieser Preisträger als Preisträger in Residence den Festspielsommer mitgestalten. Auch die Eröffnung führte den Nachwuchsgedanken fort. Neben Herbert Blomstedt und dem NDR Elbphilharmonie Orchester erklang eine eigens komponierte Festspiel-Ouvertüre von Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Hinzu kommt die organisatorische Leistung eines Festivals, das sich über ein ganzes Bundesland erstreckt. In nur drei Monaten realisierte das Team 136 Konzerte mit weit über 250 Solist:innen und Ensembles an 96 Spielstätten, von denen sechs neu hinzukamen. Die Festspiele beziehen auch die Geschichte ihrer Spielstätten in die Programmgestaltung ein. Das Herrenhaus Udars auf Rügen wurde in der Reihe „Sleeping Beauties“ mit Konzert und Blick auf seine Geschichte als Baudenkmal vorgestellt. Für das Bothmer-Open-Air verwandelten die Festspiele den Schlosspark für zwei Tage in einen „Konzertsaal unter Bäumen“ mit unterschiedlichen Konzertformaten.

Auch im Festspielsommer 2026 entwickelte das Festival diesen Umgang mit Orten und Konzertformaten weiter. Am 15. und 16. August rückte beim Themenwochenende „360° Mythos Orchester“ in Ulrichshusen das Sinfonieorchester selbst in den Mittelpunkt. Offene Proben gaben Einblick in die Arbeit einzelner Register, beim „Speed-Dating mit dem Orchester“ traf das Publikum Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Orchesterbetriebs. Zwei moderierte Konzerte zeichneten die Entwicklung des Orchesters nach. Beim Podium „Das Konzert der Zukunft“ ging es um kommende Konzertformate und veränderte Publikumserwartungen. Den Abschluss bildete „Mitten im Klang“. Ein Teil des Publikums saß während Griegs „Peer Gynt“-Suiten zwischen den Musikern der NDR Radiophilharmonie und wechselte dort die Positionen.

Die Jubiläumssaison 2025 fand zudem über die Spielorte hinaus große mediale Resonanz. NDR, ZEIT, WELT und n-tv berichteten, das Nordmagazin begleitete Eröffnung und Bilanz, der NDR stellte das Eröffnungskonzert vollständig als Mitschnitt bereit.

Der Jubiläumsfestspielsommer machte sichtbar, was die Festspiele über 35 Jahre aufgebaut haben, langfristige Beziehungen zu Künstlern und eine Spielstättenlandschaft, die sich über das ganze Bundesland erstreckt. Neue Orte und Formate zeigen zugleich, wie diese gewachsenen Strukturen weiterentwickelt werden. Mit „360° Mythos Orchester“ reicht diese Entwicklung bis in den Festspielsommer 2026.
Foto: Geert Maciejew
Foto: Geert Maciejew
Foto: Geert Maciejew
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