Die Toten Hosen „Trink aus! Wir müssen gehen“ 2026: Wie Tour auch gehen kann.

Impact
Wer soll ausgezeichnet werden?:
KKT Kikis Kleiner Tourneeservice

Zeitraum: Juni - September 2026

Kurzprofil:

KKT Kikis Kleiner Tourneeservice ist Tourveranstalter für die Produktion der Stadion- und Open-Air-Tour "Trink aus! Wir müssen gehen" von Die Toten Hosen. Der erste Teil der Tour findet in vom Juni bis September 2026 an 17 Standorten mit 23 Terminen durch Deutschland, Österreich und Schweiz vor rund 900.000 Besucher*innen statt. Für diese Tour wurde ein umfassendes Nachhaltigkeits- und Fairnesskonzept entwickelt und mit vielen Beteiligten umgesetzt. Das Konzept umfasst konkrete Maßnahmen in allen Handlungbereichen, um nur einige zu nennen: Energie: Einsatz von Öko-Feststrom anstelle von Dieselgeneratoren, alternative Kraftstoffe, LED-Bühnentechnik sowie Praxistests von Batterielösungen für die Showroduktion. Mobilität: ÖPNV-Nutzung bei nahezu allen Terminen im Ticketpreis enthalten; Maßnahmen zur Förderung von Fahrgemeinschaften, Radverkehr und E-Mobilität für die An- und Abreise der Besucher:innen. Catering/Ressourcen: Erweitertes vegetarisches und veganes Speisenangebot, kostenfreies Trinkwasser, Weitergabe überschüssiger Lebensmittel, reduziertes Verpackungsmaterial, verbesserte Mülltrennungs- und Recyclingkonzepte. Soziale Zugänglichkeit: Vergünstigte Sozialtickets sowie Zusammenarbeit mit der "Initiative Barrierefrei Feiern", einem Kollektiv aus Menschen mit und ohne Behinderungen, das die Veranstaltungen hinsichtlich Zugänglichkeit und Inklusion begleitet. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird wissenschaftlich durch die Berliner Hochschule für Technik (BHT) begleitet und ausgewertet, mit dem Ziel, belastbare Daten darüber zu gewinnen, welche Ansätze in der Praxis funktionieren und wie sich Tourproduktionen dieser Größenordnung künftig nachhaltiger gestalten lassen. Das Nachhaltigkeits- und Fairnesskonzept wird für die Tour 2027 fortgesetzt und der Impact somit noch ausgeweitet.

Begründung der Preiswürdigkeit:

KKT Kikis Kleiner Tourneeservice hat als maßgeblicher Treiber gezeigt, dass Nachhaltigkeit und soziale Fairness auch bei einer Tournee dieser Größenordnung systematisch und praxistauglich umgesetzt werden können, statt auf Einzelmaßnahmen oder symbolische Gesten beschränkt zu bleiben. Preiswürdig ist hierbei der ganzheitliche Ansatz: Statt einzelner Elemente wurde das im Rahmen von "Labor Tempelhof" (KKT hier als Mitinitiator beider in 2022 und 2024 Editionen) entwickelte kreislauffähige Umsetzungskonzept für (Groß)Konzertveranstaltungen strategisch auf den Tourrahmen weiterentwickelt. Sämtliche operative Bereiche einer Tourproduktion sind einbezogen – Energieversorgung, Mobilität, Catering, Logistik, Merchandising sowie soziale Zugänglichkeit. Diese Bereichsübergreifende Umsetzung erforderte Abstimmung mit einer Vielzahl von Partner*innen (lokale Promoter, Venues, Cateringunternehmen, Merchandising-Produzenten, u.v.m.) über mehrere Standorte hinweg und musste unter den engen zeitlichen und logistischen Zwängen eines realen Tourbetriebs funktionieren. Außerdem verdient die soziale Dimension besondere Anerkennung. Mit dem Herzensprojekt vergünstigter Sozialtickets, was stetig weiterentwickelt wird, und zusätzlich der engen Zusammenarbeit mit der Initiative "Barrierefrei Feiern" wurde Teilhabe nicht nur an die Türklingel gehangen, sondern operativ verankert. Ein Kollektiv aus Menschen mit und ohne Behinderungen war unmittelbar in die Ausarbeitung von Mindeststandards, die Vorbereitung der einzelnen Veranstaltungen eingebunden und hat das Community Management übernommen. Das unterscheidet das Projekt von rein ökologisch ausgerichteten Nachhaltigkeitskonzepten und macht es zu einem Beitrag im Sinne von "Impact" im umfassenden Sinne. Drittens, die Tour wird wissenschaftlich von der Berliner Hochschule für Technik (BHT) begleitet und ausgewertet. Damit entsteht über die Tour hinaus ein Erkenntnisgewinn für die gesamte Branche: belastbare Daten darüber, welche Maßnahmen unter realen Bedingungen tatsächlich wirken, welche Hürden bestehen und wie sich Tourproduktionen dieser Größenordnung nachhaltiger gestalten lassen. Der Fokus auf Transparenz auch über Grenzen und offene Fragen des Konzepts spricht für einen ernsthaften, lernorientierten Ansatz. Und zum Schluss die Wirkung (ist ja auch die Kategorie "Impact" ;)): Als eine der größten deutschsprachigen Tourneen des Jahres 2026 mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit erreicht das Konzept ein Publikum, das über die üblichen Zielgruppen von Nachhaltigkeitsinitiativen hinausgeht, und setzt damit ein Signal in die Branche, dass Nachhaltigkeit und soziale Fairness auch im "Massenformat" des Stadion- und Open-Air-Konzerts kein Widerspruch zu wirtschaftlicher und logistischer Machbarkeit sind. Im Oktober 2026 wird ein Wirkbericht veröffentlicht, der die Erkenntnisse und Highlights dieses Projekts teilt. Die Leistung von KKT Kikis Kleiner Tourneeservice liegt damit nicht in einer einzelnen innovativen Maßnahme, sondern in der konsequenten, belastbaren und branchenweit übertragbaren Umsetzung eines mehrdimensionalen Nachhaltigkeits- und Fairness-Konzepts unter realen Produktionsbedingungen.
Foto: DTH
Foto: Amrei Karsch
Foto: Amrei Karsch