JazzBaltica (Veranstalter: Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival)

Impact
Wer soll ausgezeichnet werden?:
JazzBaltica (Veranstalter: Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival)

Zeitraum: 25.-28.06.2026

Kurzprofil:

Nachhaltiges Handeln zeigt sich nicht in einzelnen Leuchtturmprojekten, sondern darin, ob eine Institution über Jahre hinweg Verantwortung übernimmt. JazzBaltica hat diese Haltung und begleitet junge Menschen auf jeder Stufe ihrer musikalischen Entwicklung: vom ersten Kontakt mit Jazz bis zum Auftritt neben internationalen Größen. Das beginnt schon im Klassenzimmer. Bei JazzBaltica@school übernimmt jedes Jahr ein Musikkurs der César-Klein-Schule in Ratekau die komplette Organisation eines professionellen Jazzkonzerts: Technik, Bühnenbau, Dekoration, Marketing, Moderation, Pressearbeit. Die Jugendlichen lernen dabei nicht nur Kulturmanagement in der Praxis, sondern erleben Künstler wie Nils Landgren hautnah – für viele von ihnen ist das die allererste Begegnung mit Jazz. Auf dem Festivalgelände selbst setzt sich dieses Prinzip fort – 21 der 36 Konzerte von JazzBaltica 2026 waren frei zugänglich und öffneten im Strandpark Timmendorfer Strand eine Bühne für regionale Nachwuchsensembles wie das Landesjugendjazzorchester Schleswig-Holstein oder die Band „Four on the Floor“. Und selbst die Jüngsten bleiben nicht außen vor: Das Familienkonzert und die Kindermusikwerkstatt holen bereits Vierjährige ab, lassen sie nach einem kindgerechten Konzert selbst Instrumente ausprobieren und spielerisch Klänge entdecken. Den Höhepunkt dieser Förderkette bildet der IB.SH-JazzAward, gestiftet von der Investitionsbank Schleswig-Holstein. Er verschafft herausragenden jungen Musikerinnen und Musikern aus dem Norden nicht nur Anerkennung, sondern einen echten Bühnenplatz im Hauptprogramm – gemeinsam mit international etablierten Künstlerinnen und Künstlern. 2026 ging die Auszeichnung an den Saxophonisten Ben Precht.

Begründung der Preiswürdigkeit:

Was JazzBaltica auszeichnet, ist nicht die einmalige gute Tat, sondern das nachhaltige Engagement über Jahre hinweg. Genau hierin liegt die besondere Stärke des Festivals: Nachwuchsförderung ist kein Randprojekt, sondern ein fester Bestandteil seiner Identität – ein roter Faden, der sich von der ersten musikalischen Begegnung bis zur professionellen Bühnenerfahrung zieht. Bemerkenswert ist dabei die Konsequenz, mit der JazzBaltica jungen Menschen echte Verantwortung überträgt. Kinder, Jugendliche und Talente sind hier nicht bloß Publikum, sondern Mitgestaltende. Sie organisieren, musizieren, übernehmen Aufgaben und erleben dadurch Jazz nicht als Konsumangebot, sondern als etwas, das sie aktiv mitprägen. Diese Haltung zieht sich durch alle Stufen des Festivals: von ersten spielerischen Annäherungen an Musik über eigenverantwortete Projekte bis hin zu Auftritten im internationalen Rahmen eines renommierten Festivals. Jede Etappe baut auf der vorherigen auf und jede eröffnet neue Möglichkeiten der Mitwirkung. Es ist diese Verbindung aus musikalischer Bildung, echter Teilhabe und konkreten Förderperspektiven, die JazzBaltica zu einem Vorbild macht, das Nachwuchsarbeit nicht als Pflichtprogramm, sondern als gelebten „Impact“ versteht.
Foto: JazzBaltica
Foto: JazzBaltica
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