Kraftklub – „Unsterblich sein“ | Kieztour beim Reeperbahn Festival
Avantgarde
Wer soll ausgezeichnet werden?:
Landstreicher Booking GmbH
Landstreicher Booking GmbH
Zeitraum: 19.09.2025
Kurzprofil:
Während des Reeperbahn Festivals am 19. September 2025 zog Kraftklub von Spielort zu Spielort: 15 Auftritte an 15 Orten innerhalb von rund zehn Stunden. Die meisten Sets dauerten etwa 15 Minuten und bestanden aus zwei bis drei Songs. Eine Ausnahme war der rund 45-minütige Auftritt im Hamburger Club Docks. Gegen 3 Uhr endete die Tour im Gruenspan.
Die Stationen reichten von Clubs wie Knust, Kaiserkeller, Molotow und Docks bis zur St.-Pauli-Kirche, einem FC-St.-Pauli-Fanshop, einer Sparkassen-Filiale und einem Kiosk.
Technisch war die Produktion auf schnelle Wechsel ausgelegt. Schlagzeuge standen bereits an den jeweiligen Orten, Gitarren und Bass reisten mit der Band weiter. So ließen sich die kurzen Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Spielorten überhaupt realisieren. Die 15 Auftritte wurden zugleich für das Musikvideo zu „Unsterblich sein“ mit Domiziana gefilmt.
Begründung der Preiswürdigkeit:
Die Kraftklub-„Kieztour“ löste den Auftritt Kraftklubs vom festen Spielort. Im Zentrum stand die Bewegung zwischen vielen Bühnen statt einer einzelnen. Das Format nutzte dafür die dichte Clubstruktur des Reeperbahn Festivals und bezog unterschiedliche Orte rund um die Reeperbahn in seine Dramaturgie ein.
Entscheidend war nicht die Zahl der Auftritte allein, sondern die Verbindung sehr verschiedener Räume zu einem zusammenhängenden Ablauf. Clubs mit eingespielten Produktionsstrukturen standen neben Orten, die sonst nicht als Konzertspielstätten genutzt werden. Jede Station brachte andere räumliche und technische Voraussetzungen mit, die in den eng getakteten Ablauf eingebunden werden mussten.
Auch die Kommunikation war Teil des Formats: Die Tour war vorab nicht regulär angekündigt, Hinweise auf die Aktion erschienen erst am selben Tag. Der erste Auftritt in der St.-Pauli-Kirche fand laut NDR vor vier zufällig Anwesenden statt. Im Laufe der Nacht verbreitete sich die Nachricht über die Tour und Besucher*innen steuerten gezielt spätere Stationen an. Aus einem nahezu unbeobachteten Auftakt entwickelte sich so ein Ereignis, das sein Publikum erst im Verlauf des Abends fand.
Was für das Publikum spontan wirkte, erforderte eine eng getaktete Produktion. Kurze Soundchecks, Ortswechsel und die Abstimmung mit den Teams der unterschiedlichen Spielstätten mussten ineinandergreifen.
Das Reeperbahn Festival hob die 15 Überraschungsauftritte in seinem Rückblick ausdrücklich hervor, das Frontstage Magazine stellte seinen Bericht über den dritten Festivaltag unter das Zeichen von Kraftklub.

Foto: Adina Scharfenberg

Foto: Adina Scharfenberg

Foto: Tom Heinke
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