Rheingau Musik Festival Konzertgesellschaft mbH

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Wer soll ausgezeichnet werden?:
Rheingau Musik Festival Konzertgesellschaft mbH

Kurzprofil:

2026 präsentierte das Rheingau Musik Festival die 27-jährige französische Trompeterin Lucienne Renaudin Vary als eine von vier Fokus-Künstlern. Mit fünf eigenen Konzerten und einem Auftritt als Special Guest erhielt sie über den gesamten Festivalsommer hinweg eine außergewöhnlich breite Plattform, um ihr künstlerisches Profil in unterschiedlichen Facetten sichtbar zu machen. Verschiedene Besetzungen, Programme, Genres und Spielstätten zeigten ihre Vielseitigkeit sowie die Bandbreite eines Instruments, das nur selten mit einer solchen Präsenz im Zentrum eines klassischen Musikfestivals steht. Den Auftakt bildete das Eröffnungskonzert im Kloster Eberbach: In Arutjunjans Trompetenkonzert teilte sich die junge Französin die Bühne mit dem hr-Sinfonieorchester und übernahm die solistische Hauptrolle. Im Konzert „The Perfect Match“ präsentierte sie mit ihrem Kammermusik-Partner Félicien Brut am Akkordeon Musik des 20. und 21. Jahrhunderts rund um das Thema Liebe. Mit dem Münchener Kammerorchester und Marcellos Trompetenkonzert bewegte sie sich durch die Barockzeit und erschloss eine weitere stilistische Facette ihres Instruments. Mit Sebastian Heindl an der Orgel wandelte sie in sakraler Atmosphäre mit Werken von Bach bis Gershwin durch Zeiten und Stile. Gemeinsam mit dem Jazzpianisten Tim Allhoff machte sie in „Klassik meets Jazz“ jene stilistische Offenheit zum Programm, die ihr künstlerisches Profil prägt. Neue Impulse setzte schließlich die vom Festival initiierte Begegnung mit Nils Landgren und Daniel Hope, mit denen sie erstmals gemeinsam auf der Bühne stand. Über die Konzerte hinaus band das Festival Lucienne Renaudin Vary gezielt in seine Presse- und Medienarbeit ein. Als Gast der Pressekonferenz sowie in TV- und Radio-Beiträgen erhielt sie zusätzliche öffentliche Sichtbarkeit. So entstand über den Festivalsommer hinweg ein facettenreiches Porträt einer Künstlerin zwischen Klassik und Jazz – und zugleich eine neue Perspektive auf die Trompete als Soloinstrument.

Begründung der Preiswürdigkeit:

Mit der Entscheidung, Lucienne Renaudin Vary als Fokus-Künstlerin zu präsentieren, setzte das Rheingau Musik Festival gezielt auf das Potenzial einer Musikerin, die Publikum und Presse bereits begeistert, deren Name im öffentlichen Bewusstsein jedoch noch nicht entsprechend ihrer künstlerischen Qualität verankert ist. Mit fünf eigenen Konzerten, einer prominenten Platzierung beim Eröffnungskonzert und einem zusätzlichen Auftritt als Special Guest erhielt sie eine Präsenz, die sonst vor allem etablierten Namen vorbehalten ist. Das Festival investierte damit bewusst in die langfristige Entwicklung ihrer Sichtbarkeit und ihres künstlerischen Profils. Als privatwirtschaftlich organisierte Institution ging das Festival mit dieser Entscheidung ein bewusstes unternehmerisches Risiko ein: Anstatt den Fokus mit einem zugkräftigeren Namen zu besetzen, investierte das Festival in eine Künstlerin, von deren langfristigem Potenzial es überzeugt ist. Die wiederkehrende Präsenz über den Festivalsommer erzeugte dabei mehr als punktuelle Aufmerksamkeit: Publikum, Medien und Branchenkenner konnten Lucienne Renaudin Vary immer wieder in neuen Zusammenhängen erleben – eine wesentliche Voraussetzung für Wiedererkennung, Profilbildung und nachhaltige Wahrnehmung. Entscheidend war dabei nicht allein die Anzahl der Auftritte, sondern ihre inhaltliche Konzeption. Die unterschiedlichen Programme, Besetzungen und Genres zeichneten ein differenziertes Bild einer Musikerin, deren Profil weit über das einer klassischen Solistin hinausreicht. Ihr selbstverständliches Wandeln zwischen Klassik und Jazz sowie ihre Bandbreite sowohl im kammermusikalischen als auch im sinfonischen Repertoire verdichteten sich im Verlauf des Festivals zu einem unverwechselbaren künstlerischen Gesamtbild. Diese Strategie setzte sich über die Konzertbühne hinaus fort. Die Einbindung in die Pressekonferenz sowie TV- und Radio-Beiträge mit und über die Künstlerin, etwa bei hr2-kultur, der Deutschen Welle und 3sat, erhöhten die Sichtbarkeit der Trompeterin in den für die Branche wichtigen Medien. So erreichte ihr Porträt auch Menschen über das Festival hinaus, stärkte die Wiedererkennbarkeit ihres Namens und schuf neue Berührungspunkte mit Publikum, Medien und Veranstaltenden. Zugleich initiierte das Festival Begegnungen mit unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten und schuf damit neue Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen. Schließlich rückte auch ihr Instrument verstärkt in den Fokus. Über mehrere Wochen war die Trompete in unterschiedlichsten musikalischen Zusammenhängen zu erleben und erhielt damit eine Aufmerksamkeit, die ihr als Soloinstrument vergleichsweise selten zuteilwird. Die Profilierung Renaudin Varys und die gesteigerte Wahrnehmung ihres Instruments verstärkten sich so gegenseitig. Dass alle sechs Konzerte nahezu ausverkauft waren, bestätigte zugleich den Erfolg des bewusst eingegangenen programmatischen und wirtschaftlichen Risikos. Der Fokus auf Renaudin Vary zeigt, wie nachhaltiger Künstleraufbau durch Veranstaltende gelingen kann: durch das strategische und langfristig angelegte Zusammenspiel von Programmierung, künstlerischer Profilbildung, medialer Sichtbarkeit und gezielter Vernetzung. Das RMF stellte dafür nicht nur einzelne Auftrittsmöglichkeiten bereit, sondern schuf über einen gesamten Festivalsommer einen kuratierten Resonanzraum, der Renaudin Varys Position als eigenständige Künstlerpersönlichkeit stärkte und Impulse weit über das Festival hinaus setzte.
Foto: Ansgar Klostermann
Foto: Ansgar Klostermann
Foto: Ansgar Klostermann
Foto: Ansgar Klostermann
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